Internetsteuer und was dann?

Nachdem in Ungarn die Idee für eine Internersteuer diskutiert wird, hat mein Arbeitskollege Matthias Kleine einen guten Artikel darüber geschrieben hat. Auch ich mir einen Moment Zeit genommen und kritisch darüber nachgedacht.

Grundlage ist die Diskussion ist der Vorschlag, für jedes Gigabyte an übertragenen Daten 50 Cent an Steuern auf die Rechnung zu setzen. Vor einigen Jahren war alleine ein Gigabyte nur schwer zu erreichen. In der heutigen Zeit wird klassiche Software hingegen stetig verdrängt und durch Saas, Streaming-Dienste und Cloud-Services ersetzt.

Auch wenn ich berufsbedingt eventl. doch etwas aus dem Rahmen falle und mehr Zeit vor dem Rechner verbringe, so komme ich alleine in diesem Monat auf fast 220GB. Das ist schon fast ein wenig beeindruckend, da ich erst wieder seit fast drei Wochen Internet zuhause habe – dank und wegen Unitymedia. Bei genauerem Hinsehen, erklärt sich die Zahl von alleine. Im Haushalt sind zwei Rechner, zwei Smartphones, ein Tablet und eine Apple TV.

Neben Systemupdates der Rechner und Smartphones, werden natürlich auch Daten der Dropbox und anderen Cloud-Diensten aktualisiert, nicht zu vergessen Netflix über die Apple TV und Spotify. Ach ja und natürlich auch IMAP. Zusammengenommen wären dies in einem normalen Monat ca. 110€ – zusätzlich zu den Kosten, die der Internetanschluss selbst kostet. Ein teurer Spass.

Auf Deutschland übertragen, denke ich nicht, dass mein Durchschnittsverbrauch in der Mitte der Gaußschen Normalverteilung eher im oberen Extrembereich angesiedelt ist und somit nicht zur absoluten Größe herangezogen werden kann und sollte. Ausgehend von ca. 80 Mio. Einwohnern mit einem Durchschnittsverbrauch von 5GB entspräche das einem Volumen von 200 Mio €. Von diesen Einnahmen müsste natürlich ein Teil in die Verwaltung fließen. Da Steuern zweckgebunden sind, würden diese Einnahmen dem Ausbau zugute kommen. Wenn man die Kosten für den VDSL-Ausbau der Telekom heranzieht (siehe: welt.de) stehen 1,6Mrd ca. 150Mio. gegenüber. Tendenz der Ausbaukosten stark steigend. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie die Steuern die kommerziellen Betreiber der Netze erreichen würden, steht dazu auf einen ganz anderen Blatt. Wer also datenhungrige Online-Dienste nutzt, würde wenn es soweit kommen sollte – was keiner möchte – dreifach bezahlen: den schnellen Internetanschluss, den Online-Dienst und die resultierenden Steuern.

Und ihr so?

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